Weihnachten in der Philatelie

Briefmarken und Weihnachtskarten

Wie die Briefmarke geht auch die Weihnachtskarte auf einen Engländer zurück. Der Londoner Geschäftsmann, Henry Cole, ließ 1843, zur Zeit der Königin Victoria, von einem Zeichner namens J. C. Horsley einen Weihnachtsgruß entwerfen, drucken und handkolorieren. Da er selbst nicht alle Karten verbrauchte, verkaufte er die übrig gebliebenen für einen Shilling pro Karte. Trotz Protestes von Seiten der Puritaner verbreitete sich diese Sitte rasch und über Landesgrenzen hinweg.

„Es begab sich aber, in jenen Tagen erging ein Erlass des Kaisers Augustus, den ganzen Erdkreis aufzeichnen zulassen. Diese Aufzeichnung war die erste und geschah, als Quirinius Statthalter von Syrien war. Alle gingen hin, sich aufzeichnen zu lassen, ein jeder in seine Stadt. Auch Joseph zog von Galiläa aus der Nazareth hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Bethlehem heißt, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war, um sich mit Maria, seiner Verlobten, die schwanger war, eintragen zu lassen. Während sie dort waren, begab es sich aber, dass sich die Tage vollendeten, da sie gebären sollte. Und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen, wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil für sie kein Platz in der Herberge war.“ Evangelium nach Lukas.

Es gibt eine Ansichtskarte in der Sammlung : „25.12.1899 – Letztes Weihnachtsfest des XIX. Jahrhunderts mit Weihnachtsgrüße vom 25. Dezember 1899, abgestempelt im k.k. Postamt der österreichischen Post in Jerusalem.“ Aufgrund einer Vereinbarung des k.k. Außenministeriums mit der Hohen Pforte wurde 1859 in der damals zum Osmanischen Reich gehörenden Stadt Jerusalem des österreichische Postamt ins Leben gerufen. Das Ende für die österreichische Post in Palästina und im übrigen Osmanischen Reich kam wie für alle anderen fremden Posteinrichtungen abrupt, als die türkische Regierung den Ausbruch des 1. Weltkrieges zum Anlass nahm, um die Sonderrechte für Ausländer und alle auf ihrem Territorium fungierenden fremden Postanstalten aufzuheben.

Christkindl

Die Gründungslegende von Christkindl berichtet uns von einem Ferdinand Sertl, Mesner und Türmer der Stadt Steyr, der an Fallsucht litt. Dieser stellte 1695 eine 10 cm große Christkindlfigur aus Wachs in der Höhlung einer Fichte am rechten Ufer der Steyr auf und pilgerte fast täglich dorthin, um im Gebet seine Gesundheit zu erflehen. Nach einigen Jahren schien der Mesner sein Leiden überwunden zu haben. Die „Heilung“ sprach sich herum. Bald wurde das Christkind im Baum unter freiem Himmel das Ziel vieler Hilfesuchender. Man baute vorerst ein kleines Holzkirchlein rund um den Fichtenstamm, der das Christkind aus Wachs trug. Der Andrang der Pilger bestärkte den Abt von Stift Garsten schließlich zum Bau der Wallfahrtskirche. Die Liegenschaft, auf der die Wallfahrtskirche Christkindl errichtet wurde und um die sich im Lauf der Zeit die Ortschaft gleichen Namens entwickelte, liegt nahe dem Ort Unterhimmel, der bereits 1577 urkundlich als „Unnderm Himl“ erwähnt wird.

Stille Nacht, Heil’ge Nacht

Stille Nacht, Heil’ge Nacht! Alles schläft, einsam wacht- Nur das traute, heilige Paar. Holder Knabe im lockigten Haar, „Schlafe in himmlischer Ruh !“ Schlafe in himmlischer Ruh !“

Stille Nacht, Heil’ge Nacht! Gottes Sohn, O ! wie lacht- Lieb‘ aus Deinem göttlichen Mund Da uns schlägt die rettende Stund‘, „Jesus, in Deiner Geburt!“ „Jesus, in Deiner Geburt !“

Stille Nacht, Heil’ge Nacht! Hirten erst kund gemacht- Durch der Engel Halleluja! Tönt es laut bey ferne und nah: „Jesus, der Retter ist da!“ „Jesus, der Retter ist da !.

1818 entstand das Weihnachtslied „Stille Nacht, Heil’ge Nacht“ vom Komponisten Franz Xavier Gruber (1787-1863), nach einem Gedicht von Joseph Mohr. 1805 begann der junge Gruber eine entsprechende Ausbildung beim Stadtpfarrorganisten Georg Hartdobler im nahegelegenen Burghausen. Ein Jahr später absolvierte er seine Lehrerausbildung in Ried im Innskreis, und nach den abgelegten Prüfungen wurde er im November 1807 zum Lehrer von Arnsdorf bestellt. In der Hoffnung, später einmal die Lehrerstelle in Oberndorf zu erhalten, übernahm Gruber ab 1816 von Arnsdorf aus den Kantoren- und Organistendienst in der St. Nikolaus-Kirche zu Oberndorf und konnte damit die seinerzeit oft kombinierte Tätigkeit als Lehrer, Organist und Mesner ausüben. 1829 wurde Gruber schließlich Lehrer im nahen Berndorf und 1833 Stadtpfarr-Chorregent in Hallein. Sein privates Leben war geprägt von mehreren Ehen und insgesamt zwölf leiblichen Kindern, von denen allerdings nur vier erwachsen wurden. Im Jahre 1863 verstarb Gruber, angesehen und relativ wohlhabend in Hallein. Seine Bekanntheit verdankt Franz Xavier Gruber freilich der Vertonung des heute weltweit bekannten Weihnachtsgedichts des Hilfspriesters Joseph Mohr, „Stille Nacht, heilige Nacht“, das er am 24. Dezember 1818 in der Kirche St. Nikola in Oberndorf erstmals öffentlich zum besten gab. Das schlichte Weihnachtslied verbreitete sich in den darauf folgenden Jahren in Windeseile in ganz Europa.

jw